Erfolgreiche Mediation im Bauwesen

 In Bau und Umwelt

Der Inhaber eines renommierten Planungsbüros will seine Nachfolge frühzeitig regeln. Mit zwei Interessierten – einer davon sein jetziger Büropartner – verhandelt er die Details zur Übernahme.

Der Inhaber eines renommierten Planungsbüros will seine Nachfolge frühzeitig regeln. Mit zwei Interessierten – einer davon sein jetziger Büropartner – verhandelt er die Details zur Übernahme. Doch die Vorgabe des Inhabers, zwei Jahre teilzeitlich tätig zu bleiben, entspricht nicht den Vorstellungen der potenziellen Käufer. Und der Verkaufspreis sei zu hoch angesetzt. Zwei Jahre später verhandelten die drei noch immer, suchen nach Lösungen, schreiben Sitzungsprotokolle, alles in gutem Einvernehmen. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Nun werden sie auf Mediation aufmerksam. Nach anfänglichen Bedenken und Hemmungen wird klar, sie wollen diesen einvernehmlichen Weg gehen. Wenige Tage später findet das erste kostenlose und unverbindliche Vorgespräch statt, eine Premediation. Der Mediator erklärt das Vorgehen, garantiert Vertraulichkeit und nennt ein Kostendach. Man wird sich einig und vereinbart die ersten Sitzungstermine. Im Gespräch gelingt es dem Baumediator, das Vertrauen aller Beteiligten zu gewinnen. Durch seine Verfahrenskompetenz und Fragetechnik schafft er eine Atmosphäre des allseitigen Vertrauens. Dabei hilft ihm seine Allparteilichkeit und seine langjährige Baupraxis sowie sein Baufachwissen. Die Planer sehen im Mediator eine vertrauensvolle Projektionsfläche und können sich endlich öffnen. Als zentrale Punkte finden sie folgende Themen: Finanzierung, Liegenschaften, Namensfindung, Termine, Organisation und Kommunikation. Im Herzstück der Mediation können die drei zu den jeweiligen Themen ihre ganz persönlichen Interessen und Bedürfnisse erkennen. Der Mediator hilft ihnen dabei, diese auch zu formulieren. Die Planer staunen, wie anstrengend und lohnend diese Kopf- und Gefühlsarbeit ist. Der anfänglichen Zurückhaltung weicht nun Zuversicht und Freude: Das hätten sie nicht erwartet. Jeder hört dem anderen aufmerksam zu, erfährt Hintergründe, vieles klärt sich. «In zwei Jahren feiert mein Büro das 50-jährige Firmenjubiläum. Wenn jetzt bei der Nachfolgeregelung mein Firmenname verschwindet, kann ich mit meinen Mitarbeitern dieses Jubiläum nicht mehr feiern. Dieser Gedanke beschäftigt mich Tag und Nacht!». «Jetzt verstehe ich, weshalb Du noch zwei Jahre mit einem Bein im Büro mit dabei sein willst!» kann sich der externe Interessent dazu äussern. Am Ende der fünften Sitzung ist das Wesentliche gemeinsam erarbeitet, in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten und kann sofort umgesetzt werden. Nun folgen die Detailfragen. Rund zehn Monate nach der ersten Mediationssitzung ist die neue Firma gegründet: Alle Mitarbeitenden behalten ihre Stelle, die neue Firma ist operativ und im Firmennamen ist der bisherige Name enthalten. Während zwei Jahren führen die drei Inhaber das Büro gemeinsam, danach wird sich der Seniorchef zurückziehen und seine Anteile den Nachfolgern überschreiben. Und dies hoffentlich nach einem gelungenen 50-jährigen Firmenjubiläum mit würdiger Firmenchronik. Die Mediation konnte die festgefahrene Situation deblockieren, einen vertrauensvollen Verhandlungsrahmen schaffen, verborgene, schwer kommunizierbare Themen zur Sprache bringen und die Beteiligten in Eigenverantwortung zum Ziel führen.

  • Jürg Fischer
    Jürg Fischer Mediator SDM

    Prof. dipl. Bauing. FH/SIA,

    SIA Tragwerksnormen,

    Holzbauberatung,

    Wahlbeobachter für UNO/OSCE

  • Jürg Fischer
    Jürg Fischer Mediator SDM

    Prof. dipl. Bauing. FH/SIA,

    SIA Tragwerksnormen,

    Holzbauberatung,

    Wahlbeobachter für UNO/OSCE

  • Jürg Fischer
    Jürg Fischer Mediator SDM

    Prof. dipl. Bauing. FH/SIA,

    SIA Tragwerksnormen,

    Holzbauberatung,

    Wahlbeobachter für UNO/OSCE

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